Ehe- und Familienrecht: Worauf beim Ehevertrag achten

Natürlich hofft jeder, dass die eigene Ehe ein Leben lang hält. Doch wer weiß schon, was in 10 oder 20 Jahren passiert? Selbst Optimisten sollten daher lieber über den Abschluss eines Ehevertrages nachdenken. Auf Nummer Sicher zu gehen schadet schließlich nie. Hier bekommen Sie einen Überblick über das Wichtigste, das Sie bei einem Ehevertrag beachten sollten.

Wann ist ein Ehevertrag sinnvoll?

Ehevertrag
Für die meisten Ehepaare lohnt sich der Vertrag.

Grundsätzlich kann jeder, der potenzielle Rosenkriege vermeiden und möglichst im Guten auseinandergehen möchte, von einem Ehevertrag profitieren. Doch vor allem, wenn die Vermögensverhältnisse der beiden Partner stark voneinander abweichen, ist ein Ehevertrag sinnvoll. Aber auch bei Unternehmern, älteren Ehepaaren mit Kindern oder Ehepartner unterschiedlicher Nationalitäten empfiehlt sich bereits vorher eine vertragliche Einigung.

Was sollte geregelt werden?

  • Unterhalt: Bekommt ein Partner vom anderen nach der Scheidung Unterhalt, besteht dieser Anspruch unter Umständen ein Leben lang. Im Vertrag kann das jedoch zeitlich begrenzt oder einfach eine pauschale Abfindung ausgemacht werden. Aber Achtung: Ein Unterhaltsverzicht im Ehevertrag ist unwirksam!

 

  • Güterausgleich: Ohne Ehevertrag muss der wohlhabendere Partner das in der Ehe angeschaffte Vermögen mit dem anderen Partner teilen. Vertraglich kann die Gütertrennung jedoch auch anderes geregelt werden. Denn nachträglich ist es oft gar nicht mehr so einfach, nachzuvollziehen, welche Güter erst während der Ehe angeschafft wurden.

 

  • Versorgungsausgleich: Oftmals kann es vorkommen, dass ein Partner dem anderen einen Anteil der eigenen Rente zahlen muss. Gerade, wenn ein Partner wesentlich höhere Beiträge zahlt und der andere beispielsweise selbständig ist, kann das später allerdings Schwierigkeiten geben. In dem Fall ist der vertragliche Ausschluss des Versorgungsausgleiches eine gute Idee.

Wann ist ein Ehevertrag gültig?

Ein Ehevertrag ist nur dann gültig, wenn er von beiden Ehepartnern und einem Notar unterzeichnet wird und nicht gegen gesetzliche Verbote verstößt oder sittenwidrig ist. Das heißt beispielsweise, dass der vermögendere Partner den anderen nicht schutzlos benachteiligen darf, wie etwa im Fall von Krankheit, Alter, Schwangerschaft etc. Außerdem darf kein Kind von dem Ehevertrag benachteiligt werden.

Kinder im Ehevertrag
Kinder verändern die Umstände.

Aber keine Sorge, ein Ehevertrag ist nicht endgültig und kann auch nachträglich noch verändert werden. Schließlich ergeben sich innerhalb

einer Ehe manchmal veränderte Lebensumstände – beispielsweise, wenn ein Kind da ist, das bei der Unterzeichnung noch nicht geplant war. Daher ist es sogar empfehlenswert, den Vertrag etwa alle 10 Jahre zu aktualisieren.

Was kostet ein Ehevertrag?

Die Kosten für den Ehevertrag richten sich nach dem Vermögen des Paares. Zudem kommt es darauf an, wie viel Zeit der Notar für den Vertrag aufwenden muss. Auf jeden Fall lohnt sich vorher eine Absprache und Beratung mit einem Experten. Bei einem Rechtsanwalt in Feldkirch können Sie sich genauer über den Ehevertrag informieren.

 

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